(25.03.09) Im Rahmen des Lehrerseminars der Chemieverbände Hessen kommen am letzten Märzwochenende 120 Lehrerinnen und Lehrer aus ganz Hessen in Bad Nauheim zusammen. Auf dem Programm steht auch ein Besuch bei der AllessaChemie GmbH in Frankfurt-Fechenheim.
Das Lehrerwochenendseminar ist seit vielen Jahren eine feste Größe in der Lehrerfortbildung. Veranstalter sind der Arbeitgeberverband HessenChemie aus Wiesbaden und der Verband der Chemischen Industrie Landesverband Hessen (VCI Hessen) mit Sitz in Frankfurt am Main. „Der anhaltenden Zuspruch freut uns sehr, zeigt er doch, dass Vorträge und Werksbesichtigung auf Interesse stoßen“, erklärt Heike Blaum. Sie ist die Organisatorin der Veranstaltung. Dabei kommt es den Chemieverbänden darauf an, möglichst viel Praxis für den Unterricht zu vermitteln. „Viele Lehrerinnen und Lehrer waren vorher noch nie in einem Chemiewerk. Hier können sie Eindrücke sammeln und Gespräche mit Betriebspraktikern führen“, meint die Bildungexpertin.
Die vier Praxis-Workshops, die in einem Hotel in Bad Nauheim stattfinden, befassen sich mit den Themen Klima- und Umweltschutz sowie der Lebensmittelsicherheit. Darüber hinaus werden Anforderungen der Wirtschaft an die Schulabgänger thematisiert.
Chemie leistet wichtigen Beitrag zur Sicherung des FachkräftenachwuchsesIn den letzten fünf Jahren wurde die Zahl der Ausbildungsplätze in der hessischen Chemie um 15,5 Prozent gesteigert. In den Jahren 2007 und 2008 wurden von den Unternehmen zusammen 2.907 Stellen angeboten. „Damit leistet die Branche einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Fachkräftenachwuchses“, sagt Almuth Poetz, Geschäftsführerin Verwaltung und Marketing bei der AllessaChemie.
Die Ausbildung in der Chemie ist auch ein wichtiges Thema bei der Werksbesichtigung. Neben einer Führung durch die Räumlichkeiten der naturwissenschaftlichen Ausbildung steht der Leiter der Aus- und Weiterbildung als Gesprächspartner zur Verfügung. Die Führung der Gäste übernehmen dann die Auszubildenden des Unternehmens. In Gruppen zu je 30 Personen werden die Analytik und ein Produktionsbetrieb besichtigt. Dieser Betrieb stellt Vorprodukte für die Bereiche Pharma, Pflanzenschutz, Pigmente sowie Kosmetikstoffe her, die beispielsweise in Sonnenschutzmitteln und Shampoos verwendet werden.
Unter dem Aspekt der Energiegewinnung und des Umweltschutzes werden das 1923 erbaute Heizkraftwerk und das 2005 in Betrieb genommene Biomasse-Kraftwerk (BKF) besichtigt. Das Heizkraftwerk versorgt nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung den Standort Frankfurt- Fechenheim mit thermischer und elektrischer Energie. Das moderne BKF kann jährlich rund 100.000 Tonnen Holzabfälle und Grünschnitt in Dampf und Strom umwandeln. Die ausgekoppelte Wärme entspricht dem Wärmebedarf von 8.000 Einfamilienhäusern. Die erzeugte Strommenge reicht aus, 20.000 Haushalte zu versorgen.
Abschließend steht die Produktion des Geohumus auf dem Programm. Dabei handelt es sich um ein wasserspeicherndes Granulat, das seinen Ursprung in der Superabsorbertechnologie hat. Das neuartige Hybridmaterial kombiniert natürliche Gesteinmehle mit superabsorbierenden Eigenschaften. Herkömmliche Superabsorber sind seit Jahrzehnten aus der Hygiene-Industrie (z. B. Babywindeln) bekannt. Sie können enorme Mengen an Wasser speichern, sind umweltverträglich und langzeitstabil. Durch die Weiterentwicklung dieser Produktgruppe ist mit Geohumus ein innovativer Werkstoff entstanden, der als wasserspeichernder Bodenhilfsstoff erfolgreich im Boden eingesetzt wird.
Weitere Infos unter:
www.hessenchemie.de und
www.vci.de (hbh)