(23.12.10) Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
in wenigen Tagen gehört das Jahr 2010 der Vergangenheit an. Weihnachten und Sylvester stehen unmittelbar bevor. Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, treffen die letzten Vorbereitungen für die Festtage und freuen sich auf einige ruhige und erholsame Tage.
Wenn wir zurückblicken, dann können wir sagen, wir haben das Krisenjahr 2009 gut überstanden. 2010 war bereits wieder ein Jahr des Aufschwungs. Diese Feststellung trifft für viele von Ihnen zu, leider aber nicht für alle. Wir müssen 2011 daran arbeiten, dass heute noch Arbeitslose einen Arbeitsplatz finden. Die Politik und wir in der Kommunalpolitik können nur die Voraussetzungen für weitere Besserung schaffen, Arbeitsplätze schafft die Wirtschaft. Es wird immer klarer, dass gut ausgebildete Menschen große Chancen haben, in Frankfurt einen Arbeitsplatz zu finden. Deshalb ist es unsere vordringliche Aufgabe, das Frankfurter Bildungsangebot ständig weiter zu verbessern.
Frankfurt am Main wächst. Frankfurt ist die einzige deutsche Großstadt mit wachsender Einwohnerzahl. Menschen kommen nach Frankfurt, weil sie in unserer Stadt qualitativ hochwertige Arbeitsplätze in den verschiedensten Branchen finden. Tagsüber sind wir eine Millionenstadt, 350000 pendeln täglich zu ihrem Arbeitsplatz nach Frankfurt. Immer mehr wollen nahe am Arbeitsplatz wohnen, vor allem junge Familien. Wir haben hochwertige Neubaugebiete im Europaviertel, am Rebstock und im neuen Stadtteil Riedberg. 2011 wird Frankfurt über 691000 Einwohner haben, so viel wie noch nie. In den Jahren des Wirtschaftswunders hatten wir diese Einwohnerzahl, bald werden wir sie übertreffen.
Frankfurt hat in den Jahren 2009 und 2010 keine neuen Schulden gemacht. Der Kämmerer hatte in den guten Jahren 2007/2008 Rücklagen gebildet, die jetzt zum Einsatz kommen. Zusätzlich hat uns das Konjunkturprogramm des Bundes und des Landes Hessen geholfen, in unsere Infrastruktur zu investieren. Wir haben die 170 Millionen € für Schulen, Kindergärten und Straßenreparatur ausgegeben. Wir bauen Frankfurt zur Familienstadt aus. Bereits 2013 sollen für die Hälfte der unter Dreijährigen Krippenplätze zur Verfügung stehen; Kindergartenplätze stehen in den meisten Stadtteilen bereits heute in ausreichender Zahl zur Verfügung.
Ein Zehntel der Mittel aus dem Konjunkturprogramm floss in den Amateurbereich des Sports. Neue Vereinsheime und Kunstrasenplätze verbessern die sportliche Infrastruktur. Wenn sich Frankfurt eine Sportstadt nennt, dann sind die vielen Amateurvereine ein ganz wichtiger Bestandteil. 2011 wird die Frauenfußballweltmeisterschaft im Zentrum des Interesses stehen. In Frankfurt, der Hauptstadt des Frauenfußballs, werden vier Spiele ausgetragen, zwei Vorrundenspiele, eines mit deutscher Beteiligung, ein Halbfinale und das Finale. Wir wünschen uns, dass wir die deutsche Mannschaft dreimal in Frankfurt spielen sehen.
Frankfurts wirtschaftliche Stärke liegt in der Vielfalt der Unternehmen. Viele, die den Namen Frankfurt hören, denken an unsere Bankentürme. Sie vergessen dabei die Chemie, die Pharmazie, die Kreativwirtschaft, die neuen Medien. Frankfurt ist der europäische Internetknoten. In Frankfurt am Main werden weltweit eingesetzte Spiele entwickelt. In Frankfurt werden Filme vor unserer beeindruckenden Hochhauskulisse gedreht.
Mit diesen Filmen wird über Deutschland hinaus für unsere Stadt geworben. Die Zahl der Touristen steigt in den letzten Jahren, die Zahl der in Frankfurt veranstalteten Kongresse nimmt ständig zu. Frankfurt ist die bedeutendste deutsche Messestadt. 2011 wird die neue Landebahn unseres Flughafens eröffnet. Unser Flughafen ist unser Tor zur Welt. Die Europäische Zentralbank wird bald ihr neues Zentrum an der ehemaligen Großmarkthalle eröffnen. Wir haben alle Voraussetzungen, Frankfurt voranzubringen, wir müssen diese Möglichkeiten nur nutzen.
Das technische Rathaus ist abgebrochen, 2011 könnte mit dem Bau der Altstadt begonnen werden. Das Historische Museum wird für über 40 Millionen € teilweise neu gebaut. Der Neubau des Städel kommt gut voran. Das Filmmuseum wird umgebaut, das Museum für Weltkulturen wird erweitert werden.
Auch der Frankfurter Westen kommt gut voran. Immer mehr Hausbesitzer in der Altstadt renovieren ihre Häuser, so dass die Höchster Altstadt bald wieder ein echtes Schmuckstück ist. Der Bolongaropalast wird ein Höchster Kulturzentrum. Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, haben in einigen Veranstaltungen mitdiskutiert und die Richtung vorgegeben. Am Hertiestandort ist ein neues Einkaufszentrum entstanden, das zur Belebung der Königsteiner Straße beigetragen hat. Ein Ärgernis ist und bleibt vorläufig der Höchster Bahnhof. Die Deutsche Bahn AG mutet ihren Kunden viel zu viel zu.
Nach wie vor ist die Integrationspolitik für unsere Stadt von großer Bedeutung. Wir haben im September ein Konzept in der Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Wir wollen, dass die in Frankfurt lebenden Menschen aus 180 Nationen weiterhin friedlich zusammenleben. Wir wollen, dass die jungen Menschen gut ausgebildet werden und sich in unser Wirtschafts- und Wertesystem eingliedern können.
Zum Schluss möchte ich allen danken, die sich im zurückliegenden Jahr ehrenamtlich in unserer Stadt betätigt haben. Ohne Sie, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wäre unsere Stadt um vieles ärmer. Die Politik kann Ihren Einsatz keinesfalls ersetzen.
Ich wünschen allen Frankfurterinnen und Frankfurter ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start ins Jahr 2011, ich wünsche Ihnen Erfolg, Gesundheit und Lebensfreude.
Ihr
Karlheinz Bührmann
Stadtverordnetenvorsteher