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Gesellschaft
Heinz Schönberger: Ein Nachruf auf einen großen Musiker aus Frankfurt
Von Horst Reber
(30.11.11) Frankfurts zarteste und melodischste Klarinette spielt nicht mehr. Heinz Schönberger, begnadeter Klarinettist, Saxophonist, Komponist und Bandleader der hr-Big-Band ist am vergangenen Freitag zu Hause im eigenen Bett in Bergen-Enkheim im Alter von 85 Jahren gestorben. Seine Frau Heidi, mit der er 24 Jahre verheiratet war, erlebte an seiner Seite die letzte Phase eines erfolgreichen Musikerlebens und sagte erschüttert: „Es war so grausam bis er dann friedlich eingeschlafen ist. Es war dann die Erlösung für eine lange Phase der Krankheiten.“
Die vielen Tausend Fans, die Heinz Schönberger als Vollblutmusiker und als Chef der hr-Big-Band begleitet haben, werden sein Grab vergeblich suchen. Heidi Schönberger: „Heinz hat sich eine anonyme Verabschiedung gewünscht, seine Asche wird in Brandenburg verstreut.“ Der Mann, der mit seiner leisen, für einen Musiker geradezu oft etwas schüchternen Art des Auftritts nach einem Herzinfarkt von Willy Berking im Jahr 1972 die Leitung der vielbewunderten Band des Hessischen Rundfunks übernommen hat, wollte ausdrücklich nach seinem Tode keinerlei „Tamtam“, wie er noch putzmunter bei einer der berühmten Schellack-Parties von Alexander Loulakis dem Moderator anvertraute. Seine Begründung: „Lärm habe ich doch zu Lebzeiten genug gemacht, damit ist dann auch von meiner Seite endgültig Schluss. Ich will keine Reden, keine Lobeshymnen, nur Ruhe.“
In der Tat: Heinz Schönberger hat zwar keinen Lärm gemacht, sondern wertvolle akustische Spuren hinterlassen. Sechs eigene Langspielplatten, CDs und viele Kompositionen in Gemeinschaft mit anderen bedeutenden Kollegen aus Jazz und Unterhaltung wie Willy Berking, Hugo Strasser, Paul Kuhn, Conny Jackel, Flip Gehring, um nur einige zu nennen, legen beeindruckende Zeugnisse seines großen Könnens ab. Heinz Schönberger war auch über Jahrzehnte ein treuer Eckpfeiler für die berühmten Schellack-Parties, wo er mit Saxophonist Gustl Mayer oder dem ebenfalls verstorbenen unvergessenen Schlagzeuger und Spassmacher Benno Schilling das Publikum begeisterte. Seit einigen Jahren war er allerdings gesundheitlich stark angeschlagen, die Klarinette blieb stumm. „Aber seine Verdienste bleiben“, sagen die Rundfunkkollegen von der Bertramstraße wie Botho Jung, Werner Lohr, Detlef Mauder, Werner Reinke oder Sängerin Maria Mucke und Moderatorin Hanna Pfeil, die seine Kunst bei vielen öffentlichen Veranstaltungen und TV-Sendungen bewunderten. Mit Heinz Schönberger als Vorbild swingte und jazzten oft zwei Generationen der Musikszene gleichzeitig und polierten den guten Ruf der Szene von Rhein-Main. Heinz Schönberger, der viele große Sänger und Sängerinnen bis zu Rosita Serrano oder Evelyn Künneke begleitet hat, war ein Name, der insbesondere auch all jenen unvergessen ist, die irgendwann mal das Vergnügen hatten, seine Klarinetten-Interpretation von „Petite fleur“ von Sidney Bechet zu hören. Das flossen die Tränen, da öffneten sich die Herzen in jedem Saal. Heinz, Du bleibst im Ohr vieler Menschen!
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