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Gesellschaft
'Wesentlicher Stichwortgeber und Intellektueller der Nachkriegszeit'
Oberbürgermeisterin Roth würdigt Psychoanalytiker Richter
 
(21.12.11) Oberbürgermeisterin Petra Roth hat den am Montag verstorbenen Horst-Eberhard Richter gewürdigt. „Traurig, aber auch dankbar für ein so langes erfülltes Wissenschaftlerleben“ habe sie vom Tode des Psychoanalytikers und Trägers der Goethe-Plakette erfahren, teilte das Stadtoberhaupt mit.

Der Psychoanalytiker und Vordenker der deutschen Friedensbewegung war am Montag im Alter von 88 Jahren in Gießen gestorben. Die Stadt Frankfurt am Main, in der er von 1992 an für ein Jahrzehnt das Sigmund-Freud-Institut leitete, hatte ihn im 2002 mit der Goethe-Plakette ausgezeichnet.

Als Wegbereiter der psychoanalytischen Familienforschung und Familientherapie sowie mit seinen Arbeiten über die Psychosomatik habe er die Entwicklung der Psychoanalyse in Deutschland entscheidend geprägt, umriss OB Roth das Wirken des studierten Arztes und Psychologen. Horst-Eberhard Richter habe nicht nur zu der kleinen und exklusiven Reihe von Wissenschaftlern gehört, die das „Innerste“ der Menschen erforscht haben. Es sei ihm auch gelungen, den Menschen einen Spiegel vorzuhalten, in dem sie sich selbst erkennen und aus dieser Erkenntnis lernen können. Dazu sei er mit seinem Wissen nicht im akademischen Elfenbeinturm verblieben, sondern habe es in die Gesellschaft hineingetragen.

Namentlich mit seinem gesellschaftspolitischen Engagement und seinen populären Büchern habe Richter sowohl in der Politik wie auch in vielen Familien Denkprozesse angestoßen und das Bewusstsein dafür geweckt, wie wichtig eine intakte Familie ist. „Als einer der wesentlichen Stichwortgeber und Intellektuellen der Nachkriegszeit wird ihn Frankfurt als Stadt des gesellschaftlichen Diskurses stets in dankbarer Erinnerung behalten“, schloss die Oberbürgermeisterin.
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