(22.12.11) Kriftel - Jeder weiß es: Am Ende jedes Lebens steht der Tod. Doch den meisten Menschen fällt es schwer, sich mit Sterben und Tod auseinanderzusetzen. Im Umgang mit den einstigen Tabuthemen habe sich aber in letzter Zeit Manches verändert, stellt Adriana Langeler fest, die seit vielen Jahren für den Hospizverein Horizonte e.V. aktiv ist. „Die Gespräche sind heute viel offener als früher“, berichtete die Kriftelerin, die jetzt kurz vor Weihnachten zusammen mit Hospizhelferin Sieglinde Klotzsche im Krifteler Rathaus von Bürgermeister Christian Seitz eine Unterstützung für die „Horizonte“-Arbeit in Höhe von 1500 Euro entgegennahm.
Wertvoller ehrenamtlicher Einsatz
Die Gemeinde Kriftel zählt zu den dauerhaften Förderern des im Oktober 2001 gegründeten Vereins, dessen ehrenamtliche Helferinnen sterbende Menschen vorwiegend in Hofheim, Kriftel und Eppstein begleiten. Derzeit seien zwischen 40 und 50 Ehrenamtliche im Einsatz, informierte Sieglinde Klotzsche, die u.a. für die Ausbildung dieser Helferinnen – es sind zu 95 Prozent Frauen – zuständig ist. Die Kosten der Schulungen werden je zur Hälfte von den Teilnehmerinnen selbst getragen. Ein Grund mehr, dieses Engagement zu würdigen, auf das die Verantwortlichen im Verein sehr stolz sind.
Ehrlichkeit und Vertrauen
Die Begleitung sterbender Menschen sei indessen auch bereichernd durch die Erfahrungen, die man dabei machen könne, so Sieglinde Klotzsche. „In ihrer letzten Lebensphase sind die meisten Menschen ehrlich. Es entsteht dann großes Vertrauen“. Schwierig ist natürlich immer der erste Schritt. Die Kontaktaufnahme mit dem Verein ist möglichst bald nach Diagnose einer unheilbaren tödlichen Krankheit sinnvoll, die für die Betroffenen zunächst einmal ein Schock ist, der verkraftet werden muss. „Wir sind dann für jeden da, der uns braucht“, betont Langeler. „Unsere ausgebildeten Helferinnen schenken Zeit und hören den Menschen zu“.
Für Betroffene kostenlos
Für viele sei gerade das am Anfang ein Problem. „Es ist schwierig, nichts anderes tun zu können und die Belastungen mit auszuhalten“. Deshalb ist es obligatorisch, dass die Helferinnen nach einer Sterbebegleitung, in der es auch eine Supervision gibt, eine „Auszeit“ nehmen. Entscheidend für die Arbeit sei weiterhin die Zusammenarbeit mit Ärzten, Pflegern und mit den Angehörigen, für die es oft ungewohnt sei, „einen Dienst in Anspruch zu nehmen, der nichts kostet“, so Adriana Langeler. Denn die ehrenamtlichen Helferinnen verlangen keine Bezahlung. Andererseits entstehen natürlich trotzdem Kosten, nicht nur bei der Aus- und Fortbildung, sondern auch bei der fachlichen Koordination und Begleitung der Arbeit.
Auf Spenden angewiesen
Der Hospizverein ist daher auf Spenden angewiesen und auf die Beiträge seiner Mitglieder. Deren Zahl liege derzeit bei rund 350, berichtet Sieglinde Klotzsche, die schon seit der Gründung von „Horizonte“ dabei ist und seit noch nicht langer Zeit in Kriftel wohnt. Bürgermeister Seitz dankte beiden Besucherinnen und allen Helferinnen des Vereins für ihr wertvolles und uneigennütziges Engagement. Mehr über die Angebote des Hospizvereins erfahren kann man u.a. im Internet unter
www.horizonte-hospizverein.de. Die Gemeinde Kriftel unterstützt darüber hinaus regelmäßig sieben weitere soziale Einrichtungen in Kriftel und in der Umgebung.