(11.01.08) Zu den berühmtesten Textzeugnissen des Alten Orients gehört die in Keilschrift aufgezeichnete Erzählung von Gilgamesch, dem sagenhaften König von Uruk. Das vor mehr als dreitausend Jahren verfasste babylonische Gedicht berichtet die Geschichte des jungen, unerschrockenen und ichbezogenen Fürsten, der in großen Abenteuern seine Kräfte mit der ganzen Welt messen will. Unsterblichkeit suchend, wirft ihn die Mühsal seines Strebens auf die ewig gültige Erkenntnis zurück, dass das menschliche Leben endlich ist. Im Lichte dieser Einsicht erst kann Gilgamesch die Fähigkeit erwerben, ein guter Herrscher zu sein.
In seine Neuübersetzung des Gilgamesch-Epos hat der Heidelberger Assyriologe Stefan Maul spektakuläre, von ihm entschlüsselte und dort erstmals publizierte Textfunde einfließen lassen, die das älteste Werk der Weltliteratur in nie zuvor gesehener Vollständigkeit zeigen. Gemeinsam mit dem Hamburger Theater- und Filmschauspieler Peter Striebeck, der Passagen aus dem Werk lesen wird, nimmt er die Zuhörer mit auf eine Zeitreise in die Welt des Alten Orients.
Veranstalter dieses Vortrags mit Lesung in der Deutschen Nationalbibliothek (Frankfurt, Adickesallee 1) ist das Kuratorium Kulturelles Frankfurt Polytechnische Gesellschaft (
www.polytechnische.de). Der Eintritt ist frei.