(04.02.08) Als erste hessische Stadt präsentiert sich Wiesbaden unter Google-Earth dreidimensional im Internet. In Zusammenarbeit zwischen dem städtischen Vermessungsamt und der Firma GTA Geoinformatik, dem Projektpartner des Vermessungsamtes, kann der gesamte Datenbestandbestand des virtuellen 3D-Stadtmodells Wiesbaden mit Gebäuden und Bäumen im Internet unter:
www.wiesbaden.de/3d von Jedermann individuell dreidimensional betrachtet werden.
Bereits im Jahr 2002 hat die Landeshauptstadt Wiesbaden mit dem Aufbau eines digitalen 3D-Stadtmodells begonnen. Dieses Projekt ist mittlerweile weit fortgeschritten: Seit 2002 gibt es ein digitales Geländemodell für das gesamte Stadtgebiet und ein später war das Gebäude-Grobmodell (Klötzchenmodell“) für das gesamte Stadtgebiet von Wiesbaden fertig gestellt. Das Gebäude-Feinmodell – es enthält die insbesondere von Stadtplanern und Architekten benötigten genauen Dachformen mit den First- und Traufhöhen der Gebäude – liegt mittlerweile für mehr als die Hälfte des bebauten Stadtgebietes vor, darunter die gesamte Innenstadt und andere großflächige Gebietsteile. Der weitere Ausbau des Gebäude-Feinmodells orientiert sich am Bedarf für Stadtplanung und Stadtentwicklung. Im Bereich rund um Rathaus und Marktkirche sind die Gebäudefassaden des Gebäude-Feinmodells bereits bis in die Einzelheiten dargestellt. Auch der für das Stadtbild von Wiesbaden so charakteristische Baumbestand kann sichtbar gemacht werden.
Neben den fachlichen Anwendungen werden die Daten jetzt auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Auf einem Datenserver bei der Firma GTA Geoinformatik, der mit den städtischen Internet-Seiten verlinkt ist, steht das 3D-Stadtmodell für das gesamte Stadtgebiet für 3D-Darstellungen mit Google Earth weltweit und für Jedermann zur Verfügung.
Die 3D-Daten werden für die Stadtplanung eingesetzt. Das hat viele Vorteile, denn für jeden neuen Bebauungsplan, für jeden von der Stadt in Auftrag gegebenen städtebaulichen Wettbewerb und auch für private Projekte können von Architekten und Investoren die Daten des 3D-Stadtmodells als Planungsgrundlage verwendet werden. Davon profitieren Investoren, Bauherren und die Planer gleichermaßen. Außerdem können die 3D-Darstellungen und -Animationen zu einer zeitgemäßen Kommunikation der Planungsziele und der Planungsergebnisse beitragen.
Auch im Umweltschutz werden die dreidimensionalen Darstellungen eingesetzt. So war es möglich, bei der Erstellung eines Lärmkatasters die Daten zu verwenden und erhebliche Kosten zu sparen, die andernfalls für eine spezielle Datenerfassung und Datenaufbereitung angefallen wären.
Vorteile bietet die 3D-Darstellung auch in den Bereichen Standort- und Stadtmarketing. Die Landeshauptstadt Wiesbaden präsentiert ihre Entwicklungsvorhaben und ihre Gewerbeflächen zunehmend mit Hilfe virtueller Modelle auf der Grundlage des 3D-Stadtmodells. Bei der jährlichen Immobilien-Fachmesse EXPO REAL fand die Wiesbadener Darstellung großes Interesse.
Aber es soll noch weitergehen mit „Wiesbaden3D mit Google Earth“. Noch für dieses Jahr ist vorgesehen, das Gebäude-Feinmodell um weitere 400 Hektar zu erweitern. Ebenso werden die Luftbilder in Google Earth aktualisiert. Dies wird möglich, weil im Auftrag im des Vermessungsamtes von einem Flugzeug aus eine Laser-Erfassung des gesamten Stadtgebietes erfolgt. Die Fassaden weiterer Sehenswürdigkeiten und ausgewählter Gebäude des Projekts „UNESCO-Weltkulturerbe“ sollen in allen Einzelheiten sichtbar gemacht werden.
Für „Wiesbaden3D mit Google Earth“ müssen folgende PC-Anforderungen erfüllt sein: Betriebssystem mindestens Microsoft Windows 2000, Installation der Version 4.2 von Google Earth (13 Megabyte) und empfohlen wird DSL-Internetzugang. ( (hbh)