(19.02.08) Den Fragebogen für den neuen energetischen Mietspiegel sollten die Vermieter nicht auszufüllen, hat der Verband der südwestdeutschen Wohnungswirtschaft (VdW Südwest) seinen Mitgliedsunternehmen empfohlen, die gut ein Drittel des Frankfurter Wohnungsbestands repräsentieren.
Als Begründung nannte der Vorstandssprecher des VdW Südwest, Rudolf Ridinger, dass vielen Vermietern durch den Fragebogen die gesetzliche Wahlfreiheit genommen werde, sich gegen einen Energieausweis zu entscheiden. Damit versuche die Stadt „den bedarfsorientierten Ausweis durch die Hintertür einzuführen." Nach Ansicht der Verbandes bewirke der energetische Mietspiegel eine Absenkung des Grundniveaus der Kaltmieten, wodurch den Vermietern Mieteinnahmen entgingen, die dann die Ausführung weiterer Sanierungsmaßnahmen unmöglich mache, da dann das Geld dafür fehle.
Der Magistrat in Frankfurt am Main hatte die Einführung des energetischen Mietspiegels gegen die Stellungnahme der Kommission für den Mietspiegel beschlossen, zu deren Vertretern der VdW zählt. Allerdings folgt der Magistrat einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, die für die Miethöhe den Energiebedarf einer Wohnung heranziehen will, während die Vermieter lediglich den jeweiligen Energieverbrauch in die Rechnung einfließen lassen wollen.
Ein Sprecher des Wohnungsbaudezernenten der Stadt Frankfurt, Edwin Schwarz (CDU), sagte, man sei gehalten, den Stadtverordnetenbeschluss umzusetzen. Nach dem Vorliegen der Fragebogenauswertung werde man sehen, ob man die gewonnenen Daten für den neuen Mietspiegel heranziehen könne oder nicht.
Frankfurt ist nach Darmstadt erst die zweite deutsche Stadt, die den energetischen Mietspiegel einführt. (wyg)