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(30.07.10) Die Gesamterlöse der Merck-Gruppe stiegen im 2. Quartal 2010 gegenüber Vorjahr um 16 % von 1,9 Mrd. Euro auf ein Rekordhoch von 2,2 Mrd. Euro. Zu diesem Anstieg trugen das hohe Wachstum der Chemiesparten und die ebenfalls wesentlichen Zuwächse der Pharmasparten bei. Im 1. Halbjahr 2010 nahmen die Gesamterlöse der Gruppe um 14% auf 4,3 Mrd. Euro zu. Bei konstanten Herstellungskosten und steigenden Gesamterlösen verbesserte sich das Bruttoergebnis von knapp 1,4 Mrd. Euro im Vorjahresquartal um 22% auf rund 1,7 Mrd. Euro im Berichtsquartal.
„Die erfreulichen Ergebnisse des 2. Quartals mit Gesamterlösen von über 2 Mrd. Euro belegen, dass das erste Quartal kein einmaliger ‚Ausreißer’ nach oben war, sondern den Kurs für das Gesamtjahr anzeigte“, sagte Dr. Karl-Ludwig Kley, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Merck. „Daher sehen wir uns in der Lage, die Prognose für 2010 erneut anzuheben. Wir rechnen nun damit, dass einschließlich Millipore die Gesamterlöse der Merck-Gruppe um 21% und das Operative Ergebnis um 90% ansteigen werden.“
Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) lagen mit 339 Mio. Euro im 2. Quartal 2010 in etwa auf Vorjahresniveau (341 Mio. Euro). Mehr als 87% dieser Summe wurde in die Sparte Merck Serono investiert, die gerade eine Vielzahl an Studien in der letzten, teuren Prüfphase vor möglicher Vermarktung durchführt. Im 1. Halbjahr 2010 nahmen die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung um 5,0% auf 686 Mio. Euro zu. Die hauptsächlich im Rahmen der Akquisition von Serono im Jahr 2007 angefallenen Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte lagen im 2. Quartal 2010 nahezu unverändert bei 146 Mio. Euro.
Infolge der gesteigerten Gesamterlöse und des verbesserten Bruttoergebnisses erhöhte sich das Operative Ergebnis im 2. Quartal deutlich um 77% auf 326 Mio. Euro verglichen mit 184 Mio. Euro im Vorjahresquartal. Im 1. Halbjahr 2010 verbesserte sich das Operative Ergebnis um 62% auf 621 Mio. Euro. Das bereinigte Operative Ergebnis der Merck-Gruppe, welches Serono-bezogene Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte ausschließt, stieg im 2. Quartal 2010 verglichen mit dem Vorjahresquartal um 42% auf 469 Mio. Euro. Die Umsatzrendite der Gruppe (ROS: Operatives Ergebnis / Gesamterlöse) verbesserte sich von 9,7% im Vorjahresquartal auf 14,8% im Berichtsquartal. Die bereinigte Umsatzrendite der Merck-Gruppe (Core ROS: Operatives Ergebnis ohne Serono-bezogene Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte / Gesamterlöse) fiel mit 21,3% im 2. Quartal 2010 höher aus als im Vorjahr (17,3%).
Der in Darmstadt ansässige Konzern buchte im 2. Quartal 2010 Sondermaßnahmen in Gesamthöhe von -1,2 Mio. Euro aufgrund einer Nachzahlung bezüglich des Verkaufs des Elektronikchemikalien-Geschäftes im Jahr 2005. Im 2. Quartal 2009 gab es keine Sondermaßnahmen, so dass das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) im 2. Quartal 2010 um 76% von 184 Mio. Euro im Vorjahresquartal auf 325 Mio. Euro stieg. Mit 620 Euro konnte Merck das EBIT im 1. Halbjahr 2010 im Vergleich zu 314 Mio. Euro im Vorjahr fast verdoppeln.
Das Ergebnis vor Steuern der Merck-Gruppe stieg im Berichtsquartal um 67% von 148 Mio. Euro im Vorjahresquartal auf 247 Mio. Euro. Im 1. Halbjahr 2010 hat sich das Ergebnis vor Steuern auf 503 Mio. Euro mehr als verdoppelt. Die Steuerquote vor Sondermaßnahmen von Merck belief sich im 2. Quartal 2010 auf 24,2% gegenüber 25,9% im Vorjahresquartal. Das Ergebnis nach Steuern verbesserte sich im 2. Quartal von 110 Mio. Euro im Vorjahr um 70% auf 187 Mio. Euro und im 1. Halbjahr 2010 um mehr als das Doppelte auf 381 Mio. Euro (von 170 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum).
Der Free Cash Flow lag im 2. Quartal 2010 bei 356 Mio. Euro, im Vorjahresquartal bei 79 Mio. Euro. Dies liegt hauptsächlich an dem besseren Ergebnis und niedrigeren Steuerzahlungen. Im 1. Halbjahr verbesserte sich der Free Cash Flow von 243 Mio. Euro im Vorjahr auf 551 Mio. Euro.
Zum Stichtag 30. Juni 2010 beschäftigte Merck weltweit 34.003 Mitarbeiter, 941 mehr als zum Ende des Geschäftsjahres 2009 (33.062). Ein Großteil dieses Anstiegs ist auf die Erweiterung des Geschäfts in China zurückzuführen.
Sparten der Merck-Gruppe Die Gesamterlöse des Unternehmensbereichs Pharma stiegen im 2. Quartal 2010 um 9,9% auf knapp 1,6 Mrd. Euro und im 1. Halbjahr 2010 um 8,2% auf rund 3,1 Mrd. Euro. Der Unternehmensbereich erzielte 71% der Gesamterlöse und 49% des Operativen Ergebnisses der Merck-Gruppe ohne das Segment Konzernkosten und Sonstiges. Das Operative Ergebnis dieses Unternehmensbereichs stieg im 2. Quartal 2010 um 17% auf 158 Mio. Euro und im 1. Halbjahr um 6,0% auf 338 Mio. Euro.
Die Sparte Merck Serono steigerte im Berichtsquartal ihre Gesamterlöse um 10% von 1,3 Mrd. Euro im Vorjahresquartal auf knapp 1,5 Mrd. Euro. Getragen wurde das starke Wachstum von den zwei umsatzstärksten Produkten der Sparte, Rebif® und Erbitux®. Nach Regionen betrachtet stiegen die Umsatzerlöse am deutlichsten in China, Japan und Lateinamerika. Positive Währungseffekte in Höhe von 3,6% trugen ebenfalls zum Zuwachs bei. Im Halbjahr erzielte Merck Serono mit rund 2,9 Mrd. Euro Gesamterlösen 8,5% mehr als im Vorjahreszeitraum.
Die Umsatzrendite (ROS) von Merck Serono betrug im 2. Quartal 11,3% gegenüber 9,5% im Vorjahresquartal. Die bereinigte Umsatzrendite (Core ROS), die gemäß Definition von Merck Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte in Zusammenhang mit Serono ausschließt, erhöhte sich von 20,6% im Vorjahresquartal auf 21,1% im 2. Quartal 2010.
Die Gesamterlöse der Sparte Consumer Health Care stiegen im 2. Quartal 2010 trotz negativer Währungseffekte in Höhe von 2,6% um 9,4% auf 114 Mio. Euro. Großbritannien war der einzige wichtige Markt der Sparte, der einen Rückgang der organischen Umsätze verzeichnete. Die Aufwendungen der Sparte für Marketing und Vertrieb sowie für Forschung und Entwicklung erhöhten sich im 2. Quartal abermals im Zuge der fortgesetzten Fokussierung der Sparte auf ihre strategischen Marken als Wachstumstreiber.
Das Operative Ergebnis der Sparte von -5,4 Mio. Euro im Berichtsquartal erklärt sich vor dem Hintergrund anhaltend hoher Ausgaben für Marketing und Vertrieb sowie für Forschung und Entwicklung, des Brandes bei Seven Seas in Großbritannien und der weiterhin bestehenden Auswirkungen der Währungsabwertung in Venezuela. Im 1. Halbjahr fiel das Operative Ergebnis mit -3,9 Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahr um 22 Mio. EUR niedriger aus. Die Umsatzrendite (ROS) ging im 2. Quartal 2010 von 10% im Vorjahresquartal auf -4,8% zurück.
Die Gesamterlöse des Unternehmensbereichs Chemie stiegen im 2. Quartal um 32% auf 644 Mio. Euro und legten im ersten Halbjahr um 33% auf 1,2 Mrd. Euro zu. Das Bruttoergebnis verbesserte sich im 2. Quartal um 79% auf 394 Mio. Euro, da die Produktionskosten sanken. Das Operative Ergebnis des Unternehmensbereichs Chemie konnte sich im Berichtsquartal verglichen mit einem außergewöhnlich niedrigen Vorjahreswert von 70 Mio. Euro auf 166 Mio. Euro mehr als verdoppeln. Im 1. Halbjahr 2010 hat sich das Operative Ergebnis mit 333 Mio. Euro gegenüber dem sehr niedrigen Vorjahreswert von 107 Mio. Euro sogar mehr als verdreifacht. Der Unternehmensbereich Chemie erzielte im 2. Quartal 29% der Gesamterlöse und 51% des Operativen Ergebnisses der Merck-Gruppe ohne das Segment Konzernkosten und Sonstiges.
Die Gesamterlöse der Sparte Liquid Crystals setzten im 2. Quartal ihren Aufwärtstrend fort und erreichten mit einem Zuwachs von 50% Rekorderlöse von 284 Mio. Euro (Vorjahresquartal: 189 Mio. Euro). Im 1. Halbjahr 2010 stiegen die Gesamterlöse um 63% auf 523 Mio. Euro. Positive Währungseffekte trugen mit 13% zu diesem Zuwachs bei, doch der Hauptanteil von 37% entfiel auf die steigende Nachfrage nach High-Tech-Flüssigkristallen von Merck. So bieten die Flüssigkristalle auf Basis der patentgeschützten PS-VA (Polymer Stabilized Vertical Alignment)-Technologie eine bessere Qualität von bewegten Bildern, schnellere Schaltzeiten, höheren Kontrast und stärkere Helligkeit bei geringerem Energieverbrauch. Diese Eigenschaften werden von den Herstellern der neuen Fernsehgeräte mit LED-Hintergrundbeleuchtung bevorzugt.
Die Gesamterlöse der Sparte Performance & Life Science Chemicals stiegen im 2. Quartal 2010 um 21% auf 360 Mio. Euro und übertrafen damit das bisherige Rekordniveau des 1. Quartals 2010. Das organische Wachstum der Gesamterlöse belief sich auf 12% und wurde zusätzlich durch einen positiven Währungseffekt in Höhe von 7,4% erhöht. Im 1. Halbjahr 2010 legten die Gesamterlöse um 17% auf 705 Mio. Euro zu. Alle drei Geschäftseinheiten der Sparte und alle Regionen trugen zu diesem Erfolg bei.
Das Wachstum beruht hauptsächlich auf dem höheren Auftragsvolumen. Dementsprechend sind die Produktionskapazitäten voll ausgelastet und der Lieferrückstand wird in einigen Bereichen größer. Da die Produktionskosten kaum höher ausfielen als im Vorjahr, verbesserte sich das Bruttoergebnis im Berichtsquartal um 44% auf 189 Mio. Euro. Weil die Gesamterlöse und das Bruttoergebnis stärker stiegen als die Ausgaben, konnte sich das Operative Ergebnis der Sparte im 2. Quartal von 18 Mio. Euro im Vorjahr auf 47 Mio. Euro mehr als verdoppeln. Im 1. Halbjahr 2010 belief sich das Operative Ergebnis auf 102 Mio. Euro und war damit mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum (42 Mio. Euro). Die Umsatzrendite (ROS) steigerte sich dementsprechend von 6,0% im Vorjahr auf 13,1% im Berichtsquartal. Der Halbjahres-Umsatzrendite belief sich 2010 auf 14,5% im Vergleich zu 7,0% in 2009.
Am 14. Juli 2010 vollzog Merck die Akquisition von Millipore, einem führenden US-amerikanischen Life-Science-Unternehmen mit Firmensitz in Billerica, Massachusetts. Der aggregierte Kaufpreis inklusive Schulden und Barbeständen betrug 5,2 Mrd. Euro (7,0 Mrd. US-Dollar). Ab dem 3. Quartal wird Millipore mit dem Großteil der Sparte Performance & Life Science Chemicals zur neuen Sparte Merck Millipore zusammengeführt. Die neue Sparte wird die drei Geschäftseinheiten Bioscience, Lab Solutions und Process Solutions umfassen.
Im 2. Quartal stiegen Millipores Gesamterlöse um 12% auf 458 Mio. US-Dollar. Organisch wuchs Millipore 14%, negative Währungseffekte schmälerten dieses Wachstum um 2%. Aufgegliedert nach Sparten und bereinigt um Währungseffekte lag das organische Wachstum der Gesamterlöse der Sparte Bioprocess bei 18% und der Sparte Bioscience bei 7% gegenüber dem Vorjahr. Das Unternehmen buchte einen Zuwachs von 24% beim Non-GAAP-Ergebnis aus dem operativen Geschäft und einen 75% höheren Free Cash Flow als im Vergleichsquartal 2009.
Prognose 2010 angehoben „Die Gesamterlöse und das Operative Ergebnis der Merck-Gruppe zeigten im 1. Halbjahr 2010 eine äußerst positive Entwicklung und alle Zeichen stehen auf Fortsetzung des Aufwärtstrends, so dass das 2. Halbjahr das erste übertreffen sollte. Die Sparten des Unternehmensbereichs Chemie verzeichneten im 2. Quartal einen ausgezeichneten Geschäftsverlauf und sollten dies im verbleibenden Geschäftsjahr wiederholen können“, heißt es in dem Quartalsbericht. (hbh)
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